Die Fahrzeugabnahme dauert von 19:30 bis 20:40. Es sind nur wenige kleiner Ausreißer festzustellen, die leicht korrigiert werden können, vor allem zu geringes Gewicht. Bei zwei Fahrzeugen war der Motortyp nicht zu erkennen; ab dem nächsten Rennen wird ausnahmslos erwartet, daß an allen Fahrzeugen der Motortyp erkennbar ist.
Das Qualifying beginnt um 20:45 auf Spur 6; Gott sei Dank hat PM vor dem Rennen noch die Randstreifen gereinigt, sodaß keine komplette Katastrophe zu erwarten ist :).
Auf Spur 6 ist wie immer wenig Grip, aber bereits bei den ersten Startern gehen 8,8er Zeiten. Kai auf Manges-Fahrwerk kann mit einer 8,69 ebenfalls die 9s deutlich unterbieten, H-P kann trotz Hilfe im Vorfeld nicht in die Nähe der 9s kommen.
| Qualifikationsergebnis | ||
| Platz | Name | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Ralf S. | 8,846 |
| 2 | Svend | 8,565 |
| 3 | Robin | 8,613 |
| 4 | Ralf H. | 8,649 |
| 5 | Kai | 8,696 |
| 6 | Robert | 8,709 |
| 7 | PM | 8,760 |
| 8 | Martin S. | 8,767 |
| 9 | Uwe | 8,776 |
| 10 | Stefan G. | 8,791 |
| 11 | Peter H. | 8,812 |
| 12 | Günter | 8,826 |
| 13 | Joachim | 8,883 |
| 14 | Ralf B. | 8,981 |
| 15 | HP | 9,300 |
| 16 | Ralf Z. | 9,485 |
Hube fährt als achter Starter bereits auf 8,64 Sekunden. PM erreicht 8,76s und ich selbst kann mich auf eine 8,70 kämpfen. Martin S. startet als nächster, zeigt eine 8,76, kann diese Zeit aber nicht mehr unterbieten und entscheidet sich dafür, das Qualifying abzubrechen.
Uwe beginnt mit einer Cruising Einführungsrunde (9,8), reduziert seine nächste Zeit stark (9,2) und verbessert sich in der Folge bis auf 8,77 bevor er mit einem Knacks in der Bande einschlägt. Zum ersten Mal in diesem Qualifying verstummt das Publikum im Bahnraum, das Fahrzeug bleibt aber ohne Schaden.
Ralf Z. beginnt bewußt langsam, da er gesundheitlich etwas angeschlagen ist und in der ersten Startgruppe starten möchte. Mit 9,485 erreicht er diese Zielsetzung locker.
Ralf S. steigt mit 8,698s in der ersten Runde sehr stark ins Qualifying ein. Nach einem Abflug in der zweiten Runde verbessert er sich weiter auf 8,59, 8,49 und 8,44s. Krass! Oder „Dappschädel, gedopt!“, wie Svend es gleich ausdrückt. Uwe´s Kommentar „ihr fahrt scho noch auf der Sechs, oder?!“ sorgt für einen Lacher.
Svend schmeißt in der ersten Runde gleich zweimal weg, sehr ungewöhnlich. In der Folgerunde zeigt er eine 8,7 und weiter eine 8,565 bevor er erneut schmeißt.
Bevor Robin antritt kann ich aufatmen, mit Ach und Krach hab ich´s in die erste Startgruppe geschafft. Da ich mein Auto auf viel Grip abgestimmt hatte, bin ich darauf angewiesen :) Mit einer 8,70 auf Spur 6, da reichten schon mal Neuner-Zeiten !! PM ist zu diesem Zeitpunkt bereits in Gruppe zwei gerutscht.
Robin beginnt mit einer lockeren 8,8s, drückt dann auf 8,6s, kann diese Zeit aber nicht mehr unterbieten.
Nach den Gripverhältnissen auf Spur 6 sind nun alle gespannt, wie sich der Grip im Verlauf des Rennens entwickeln wird. Der Rennstart wird auf 21:25 terminiert. In der kurzen Pause startet Martin S. noch einen Bestechungsversuch per Duplo bei Stefan G., dieser Versuch schlägt aber fehl. Stefan überläßt mir freundlicherweise sein Notebook zur Dokumentation des Renngeschehens, vielleicht gibt’s heute etwas mehr Text als sonst.
Günter führt zunächst das Feld an, wird aber bald von Ralf Z. eingeholt. HP hat auf Spur 4 erkennbar viel zu wenig Grip. Ralf B klebt förmlich am Heck von Joachim, versucht dann aber auf der Steigung HP zu überholen, was natürlich zum Abflug führt.
Joachim kämpft mit dem wenigen Grip der Bahn oder ist mental noch mehr beim OEPS Rennen – jedenfalls kann Günter sich auf Spur 1 lange vor ihm halten. Zur Mitte des Laufs bricht Günter ein und Joachim zieht vorbei. Zu diesem Zeitpunkt ist Ralf Z bereits mit einer Runde Vorsprung in Führung.
Günter eröffnet den zweiten Durchgang mit der Warnung „da fehlt einer“ - ist ja auch klar in einer Startgruppe mit fünf Fahrern :)
So weit ist es ein schönes ruhiges Rennen, daher gibt es im Moment auch wenig zu berichten. Mit nachlassender Konzentration der Fahrer wird sich das möglicherweise wieder ändern. Zur Laufmitte endlich :) ein Abflug von Ralf B vor dem Tunnel. Wenige Runden später schlägt er leider in der Bande auf der Überführung ein und sein Auto schleift deutlich hörbar auf der Bahn. Der erste Verdacht, daß nur der Frontsplitter schleift, bestätigt sich leider nicht und die Reparatur kostet ca. 4 Runden bis der verkeilte Splitter wieder aus dem Auto operiert ist.
Dritter Lauf, Joachim fährt im Windschatten von Ralf Z, der allerdings zwei Runden Vorsprung hat. Der Grip scheint langsam zu kommen, die beiden sind auf Spur 3 und 4 mit guten 8,8er Zeiten unterwegs. Ralf B fährt sehr gut auf Spur 6, und erst nach seinen Abflügen kann Günter auf Spur 5 vorbeiziehen. Günter pusht hart, sein Auto kommt ständig quer aus den Ecken und er kann daher bis zu Ralfs Abflügen nicht an ihn heranfahren.
Zum Eingang des vierten Laufs ist das Rennen bereits sortiert und die wichtigste Phase eines Langstreckenrennens beginnt: Konzentration halten, Abflüge vermeiden, keine Kollisionen riskieren und hoffen, daß das Material durchhält. Diese Gruppe kann ihren Durchgang ohne weitere Vorfälle beenden.
Spur 1- 3 mit PM, Martin S und Uwe starten im Infight und fliegen nebeneinander im Abstand von wenigen Zentimetern über die Bahn. Erst ein Abflug von Martin S. setzt dem ein Ende. PM kann sich in der Folge deutlich absetzen. Die hohe Leistungsdichte im Starterfeld zeigt sich in dieser Gruppe, am Ende des ersten Laufs sind alle Fahrer noch in derselben Runde.
Nach zwei Minuten des zweiten Durchgangs kann Peter H auf Spur 6 PM (Spur 6) überholen. Bis Minute 5 gönnen sich die beiden nichts und fahren mit wechselnden Vorsprüngen nebeneinander her. Peter H leistet sich dann einen Abflug, belohnt von einer Breitseite durch PM, aber auch das bleibt ohne Folgen für die beiden. Peter H kann sich wieder vorkämpfen, während Uwe seinerseits PM einholen kann. So endet dieser Lauf mit einem Meter Abstand zwischen Peter H, Uwe und PM. Martin S und Stefan G liegen derweil weiter in der selben Runde.
Bis zum Ende des Laufs ist nicht mehr viel vorgefallen. Uwe hat eine weiße Weste (keine Abflüge) – fast bis ins Ziel gebracht. In der zweiten Runde vor Schluß gab es noch den Abflug und damit müssen wir auf diese Premiere noch mindestens ein Rennen warten.
| Rennergebnis | ||
| Platz | Name | Runden |
|---|---|---|
| 1 | Robin | 410,69 |
| 2 | Ralf S. | 408,71 |
| 3 | Ralf H. | 408,48 |
| 4 | PM | 403,25 |
| 5 | Ralf Z. | 401,74 |
| 6 | Robert | 401,43 |
| 7 | Kai | 400,31 |
| 8 | Martin S. | 400,22 |
| 9 | Peter H. | 399,88 |
| 10 | Joachim | 398,39 |
| 11 | Uwe | 397,72 |
| 12 | Stefan G. | 395,50 |
| 13 | Günter | 394,08 |
| 14 | Ralf B. | 389,47 |
| 15 | HP | 371,17 |
| 16 | Svend | 258,00 |
0 Uhr 20. In der schnellsten Gruppe beginnt der erste Lauf mit dem inzwischen traditionellen Ruf „Restlaufzeit: 9 Minuten 59 Sekunden“. Der gewohnte Crash kurz nach dem Start findet diesmal allerdings schon auf der zweiten kurzen Gerade statt, also sogar noch vor dem Hammerhead. Das bringt mich zusammen mit Ralf S in Führung, aber meine Teilnahme an der Spitze sollte nur kurz währen. Derweil kappeln sich schon Svend und Robin und arbeiten sich wieder Richtung Führung voran.
In Lauf zwei dann das Fiasko: Svend fliegt im Hammerhead raus, Martin greift nach dem Auto, aber Robin oder Kai ist schneller und schaufelt Svends Jaguar von der Bahn. Der Crash scheint fatal zu sein, ein Scheinwerferglas pendelt frei in der Luft, das weitere Schadensbild ist zu diesem Zeitpunkt diffus. Unterschiedliche Spekulationen von Einsetzern und Fahrern tragen weiter zur Verwirrung bei. Svend beschließt einen Blick ins Fahrzeug und begibt sich in die Box. Seine weiteren Zeiten geben aber an und für sich keinen Anlaß zur Sorge (später brennt er noch eine 8.49 auf die Spur 6). Später muß Svend leider ganz ziehen, ein Kabelbruch zwingt ihn zur Aufgabe.
Robin ist derweil im fahrerischen Clinch mit Ralf, der ein top abgestimmtes Auto sicher um den Kurs bewegt. Herausragend auch die Leistung von Ralf Hubig, der mit 408 Runden ein super Ergebnis erreicht.
Ich bin während des ganzen Rennens im Zweikampf mit Kai und komme mehrfach in den Genuß seiner berüchtigten Überholmanöver. Einmal erwische ich ihn kurz danach leider im Hammerhead, aber der junge Fahrer kann sich schnell wieder an mir vorbeiarbeiten.
Zu diesem Zeitpunkt habe ich noch auf der Rechnung, daß PM mit 403 Runden ein sehr gutes Ergebnis in der Gruppe 4 erreicht hatte. Somit bin ich zu gleichen Teilen mit Blick auf den Renncomputer, verschiedenen Rechenvarianten im Kopf und fahren beschäftigt – letzteres schon mehr instinktiv. Am Ende reicht es nicht ganz und sowohl PM als auch Ralf Z liegen im Endergebnis noch vor mir.
Somit geht um 1 Uhr 45 ein sehr spannender Rennabend dem Ende entgegen. Ein paar Verwegene sind noch an der Bahn, um ihre MiniZs mit Renngrip abzustimmen. Ich verabschiede mich, um noch drei, vier Stunden Schlaf zu kriegen, bevor es morgen um 8 Uhr Richtung Hockenheim zum Hockenheim Historic (www.hockenheim-historic.de) geht.
In der Clubmeisterschaft sortiert sich vor den verbleibenden zwei Rennen das Feld. Robin müßte zweimal auf Platz sieben oder schlechter landen, damit Svend noch an ihn herankommen kann. Umgekehrt gesagt: Robin muß also weiterhin alles geben, Ausruhen is nich :)
Auf den weiteren Platzierungen ist noch alles offen, und jeder Platz muß weiter verteidigt werden. Die Spannung bleibt also bis zum Schluß erhalten !